3. Dezember 2025
PONTIFIKALAMT
mit Erzbischof Dr. Heiner Koch
Sankt Hedwigs-Kathedrale
18:00 – 20:00 Uhr
Tomás Luis de Victoria, Missa O magnum mysterium
Hans Leo Hassler, Dixit Maria
Kammerchor der Sankt Hedwigs-Kathedrale
Capella vitalis Berlin
4. Dezember 2025
ERSTAUSGABETAG
der Sonderbriefmarke
»150. Geburtstag Bernhard Lichtenberg«

[Gestaltung: Prof. Jens Müller, vista, Düsseldorf | Vorlage: © picture-alliance / dpa | DB]
Am 3. Dezember 1875 wurde Bernhard Lichtenberg in Ohlau (poln. Oława) geboren. Seit 1900 wirkte der katholische Priester und leidenschaftliche Seelsorger unerschrocken in Berlin. Das junge Bistum prägte er maßgeblich mit als Kirchenbauer, Pfarrer von Charlottenburg (1913), Dompfarrer (1932) und Dompropst (1938). Für das NS-Regime war er jedoch in erster Linie ein »Staatsfeind« und »übler Hetzer«.
Besonders bekannt geworden ist sein Gebet nach dem Pogrom der »Kristallnacht« (1938): »Draußen brennt der Tempel. Das ist auch ein Gotteshaus.« Seitdem betete er jeden Abend in der Hedwigs-Kathedrale für »schwer bedrängte nichtarische Christen und Juden« sowie für alle Notleidenden und Verfolgten. 1941 protestierte Lichtenberg gegen die Ermordung (»Euthanasie«) unheilbar Kranker und Behinderter und forderte schriftlich vom Reichsärzteführer »Rechenschaft für die Verbrechen, die auf Ihr Geheiß oder mit Ihrer Billigung geschehen.«
Im Oktober desselben Jahres bereitete er eine Kanzelvermeldung vor, die sich gegen ein anonymes Hetzblatt richtete und dazu aufforderte, auch den Juden gegenüber kompromißlos christliche Nächstenliebe zu üben. Zur Vermeldung kam es nicht mehr, da Lichtenberg von der Geheimen Staatspolizei festgenommen wurde. Im Verhör bekannte er, »daß ich die Evakuierung [der Juden] innerlich ablehne, weil sie gegen das Hauptgebot des Christentums gerichtet ist: ›Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‹, und ich erkenne auch im Juden meinen Nächsten, der eine unsterbliche, nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffene Seele besitzt.«
1942 verurteilte ihn ein Sondergericht zu zwei Jahren Gefängnis. Während der Haft schwer erkrankt, verstarb er auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau am 5. November 1943 in Hof. Sein Grab befindet sich heute in der Krypta der Hedwigs-Kathedrale.
Papst Johannes Paul II. sprach 1996 Bernhard Lichtenberg als Märtyrer selig. 2004 ehrte ihn Yad Vashem als »Gerechter unter den Völkern«.
16. Dezember 2025
PRÄSENTATION
der Sonderbriefmarke
»150. Geburtstag Bernhard Lichtenberg«
im Rahmen einer kleinen Feierstunde
durch den ➚Bundesminister der Finanzen oder seinen Stellvertreter
Sankt Hedwigs-Kathedrale Berlin | Krypta
15:00 – 16:00 Uhr
Bereits erschienen
NEUBEARBEITUNG
der Kurzbiographie von Gotthard Klein:
Seliger Bernhard Lichtenberg.
Aus Verantwortung vor der Ewigkeit.
Regensburg: ➚Schnell & Steiner, 2025.
(Hagiographie / Ikonographie / Volkskunde / Biographien, Bd. 123)
36 S. 21 Ill. ISBN 978-3-7954-8086-8
Rückblick
➚12. Bernhard-Lichtenberg-Wallfahrt 2025
➚translatio: Feierliche Überführung und Beisetzung des Seligen Bernhard Lichtenberg 2024
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