Vor 30 Jahren:
Seligsprechung des Märtyrers Bernhard Lichtenberg | Dankmesse am 23. Juni 2026

Berlin, 23. Juni 1996, 11:48 Uhr
Seligsprechung von ➚Bernhard Lichtenberg durch Papst Johannes Paul II. | Arturo Mari © L’Osservatore Romano [DAB IX/1–BN 3350,06]
 
 
 

30 Jahre nach diesem historischen Ereignis
lädt das Erzbistum Berlin
für Dienstag, den 23. Juni 2026 um 18 Uhr,
zu einem Dankgottesdienst
in die Hedwigs-Kathedrale ein.

»Wir danken Dir, dass Bernhard Lichtenberg
unter uns Dein Priester sein durfte.
Stelle ihn vor die ganze Kirche
als Zeugen für Dein Evangelium.«

 

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Genau an diesem Tag vor 30 Jahren hatte Papst Johannes Paul II. den Priester ➚Bernhard Lichtenberg seliggesprochen und dessen Sterbetag zum Gedenktag bestimmt. Wegen öffentlichen Gebets für die verfolgten Juden und Kritik an den »Euthanasie«-Morden wurde Dompropst Lichtenberg am 23. Oktober 1941 von der Geheimen Staatspolizei verhaftet. Ein Sondergericht verurteilte ihn im Mai 1942 zu zwei Jahren Gefängnis. Während der Haft schwer erkrankt, verstarb er auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau am 5. November 1943 in Hof.
So ungewöhn­lich wie der Glaubensweg des Märtyrers  – er wurde gemeinsam mit Karl Leisner seliggesprochen – waren auch die Umstände der Zeremonie. Sie fand außerhalb Roms (»extra urbem«) im Berliner Olympiastadion statt. »[A]n dem Ort, wo der Idealismus der Jugend mißbraucht und Menschen statt zum friedlichen Miteinander zu Haß und Feindschaft angestachelt wurden, triumphieren heute zwei selige Märtyrer«, verkündete der Papst vor mehr als 90.000 Meßbesuchern.
Äußerer Rahmen für die Seligsprechung war die dritte (und letzte) Pastoralreise des Papstes nach Deutschland. 1980 und 1987 hatte er die Bundesrepublik besucht. Eine Reise in die DDR, wie sie dann für das Jahr 1991 geplant war – möglicher Anlaß war schon damals die Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs –, kam nicht mehr zustande. Eine friedliche Revolution hatte das SED-Regime gestürzt und die Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten im europäischen Kontext ermöglicht. Einen besonderen Anteil am Zusammenbruch des Sowjetimperiums hatte der charismatische Papst selbst. Sein beharrliches Eintreten für friedlichen Dialog, Menschenrechte und moralische Erneuerung war dank beispielloser medialer Präsenz und Reisetätigkeit nicht ohne Echo geblieben, sondern hatte die oppositionellen Kräfte hinter dem »Eisernen Vorhang« zweifellos gestärkt.
Der politische Teil der Papstvisite am Abend des 23. Juni gipfelte in dem dramatischen Appell des Papstes vor dem Brandenburger Tor: »Haltet dieses Tor geöffnet für Euch und alle Menschen! Haltet es geöffnet durch den Geist der Liebe, durch den Geist der Gerechtigkeit und den Geist des Friedens! Haltet das Tor offen durch die Öffnung Eurer Herzen! Es gibt keine Freiheit ohne Liebe. […] Gott segne Berlin, Gott beschütze Deutschland!«.
Die Ansprache des Papstes wurde durch Pfiffe, Buhrufe und Obszönitäten gestört. Es gab Übergriffe auf Fahrzeuge und auf Personen. Mehr als 3.000 Polizisten waren im Einsatz, 33 Gewalttäter wurden vorläufig festgenommen. Nach Ansicht des Korrespondenten der »Herald Tribune« waren die Anti-Papst-Krawalle in Berlin »one of the most striking displays of hostility toward the Pope in the 72 trips outside Italy that he has undertaken« (Alan Cowell). Die Inszenierung antikatholischer Gehässigkeit vermochte jedoch weder die Gläubigen zur Gegengewalt anzustacheln noch den Papst sichtlich zu beeindrucken. Den Gang durch das Brandenburger Tor empfand er als historisches Datum in seinem Leben. »Jetzt ist für mich der Zweite Weltkrieg endgültig zu Ende«, sagte er damals zu seinen Begleitern.

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Bereits erschienen

NEUBEARBEITUNG
der Kurzbiographie von Gotthard Klein:
Seliger Bernhard Lichtenberg.
Aus Verantwortung vor der Ewigkeit.
Regensburg: ➚Schnell & Steiner, 2025.
(Hagiographie / Ikonographie / Volkskunde / Biographien, Bd. 123)
36 S. 21 Ill. ISBN 978-3-7954-8086-8


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Plakat zur 13. Bernhard-Lichtenberg-Wallfahrt am 5. November 2026