Bestand V/187

Joseph Matthias Tressel (1878–1945)    DAB V/187–…

Pseudonyme: Ernst Thrasolt, Adam Christ, Christian Imboden, Eremita, Friedrich vom Hochwald, Gott­schalk, Hans Heiler, Michael Höllering u.a.

Biographische Notiz

* Beurig an der Saar 12. Mai 1878, nach Abitur (1900) Studium der Theologie in Trier, 1904 katholischer Priester (Diözese Trier), Kaplan in Halsenbach, dann in Illingen, 1906 Kaplan in Heimersheim, dann in Bop­pard, 1908 Pfarrer in Haag, 1915 Pfarrer in Langsur, wegen Beziehungen zu einer Minderjährigen zeit­weilig suspendiert, Kriegsdienst als Sanitäter, seit 1919 als Hausgeistlicher, Publizist und Lebens­reformer in Berlin tätig; 1909–1913 Her­ausgeber der »Efeuranken«, 1911 Dichterpreis der Uni­versität Würz­burg, 1913–1915 Her­ausgeber der Zeit­schrift »Das heilige Feuer«, 1921–1933 Heraus­geber der Zeit­schrift »Vom Frohen Leben«, 1928 Redakteur des »Märkischen Kalenders«, 1932–1938 Mitarbeiter des »Katho­lischen Kirchenblatts für das Bistum Berlin«; 1920 Gründung der Siedlung »Christ­frieden« in der Ucker­mark; Mit­glied der Groß­deutschen Jugend bzw. der Groß­deutschen Volksgemeinschaft, ferner in der Leitung des Ver­bandes radikal­pazifistischer Gruppen Deutschlands, Mitglied des Deutschen Frie­dens­kartells, zeitweilig in Verbindung zur Christlich-Sozialen Reichspartei, † Berlin 20. Januar 1945, ▭ Berlin 25. Januar 1945 Alter Domfriedhof St. Hedwig.

Veröffentlichungen u.a.: De profundis. Geistliche Gedichte, München 1908. – Stillen Menschen. Gedichte aus Natur und Leben, München 1909. – Witterungen der Seele. Geistliche Gedichte, Ravensburg 1911.– Behaal meech liew. Gedichte, Berlin [1922]. – In memoriam. Toten-Gedächtnislieder, Leipzig 1922. – Mönche und Nonnen. Legenden, Leipzig 1922. – Gottlieder eines Gläubigen, Leipzig 1923. – Dr. Carl Sonnen­schein. Der Mensch und sein Werk, München 1930. – Eia! Susanni! Ein Weihnachtsbüchlein, München 1930. – Heiliges Land. Ein Ehebüchlein in Versen, München 1930. – Nicht Krieg! Friede! Christi Friede! Ein Sprechchor, Berlin 1931. – Christus in der großen Stadt, [Berlin-Weißen­see 1931]. – Das Martyrologium Germaniens. Geschichtliche Gebetslesungen zum täglichen Gedächtnis der deutschen Hei­ligen, Dülmen 1939. – Eduard Müller. Der Berliner Missionsvikar. Ein Beitrag zur Geschichte der Katho­liken in Berlin, der Mark Bran­den­burg und Pommern. Hrsg. v. Alfons Erb, Berlin 1953. – Lieder der Hoffnung, Berlin 1973.

Vgl. u.a. Walter Adolph (Hrsg.), Ernst Thrasolt zum 60. Geburtstag, Berlin 1938. – Walter Ottendorf-Simrock, Es geht die Zeit zur Ewigkeit. Eine Begegnung mit Ernst Thrasolt, Ratingen 1959. – Elisabeth Antkowiak, Wem du, Herr, nur einmal bist begegnet. Gedenk­buch für Ernst Thrasolt, Leipzig 1962. – Philipp Wey, Ernst Thrasolt 1878–1945. Priester, Dichter und Schriftsteller. Erin­ne­rungs­gabe zum 100. Geburtstag am 12. Mai 1978, Saarburg 1978. – Johannes Günther, Ernst Thrasolt (1878–1945), in: Wolfgang Knauft (Hrsg.), Mit­erbauer des Bistums Berlin. 50 Jahre Geschichte in Charakterbildern, Berlin 1979, 55–66 u. 237. – Martin Persch, Art.: Thrasolt, Ernst, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 11, Herzberg 1996, 1504–1508. – Bernhard Walcher, Der alte Gott lebt doch, lebt auch im Kriege noch. Katholische Kriegstheologie und lyrische Seelsorge im Werk von Ernst Thrasolt (1878–1945), in: Ralf Georg Bog­ner (Hrsg.), Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Saarbrücken 2009: Im Banne von Verdun. Literatur und Publizistik im deutschen Südwesten im Ersten Weltkrieg von Alfred Döblin und seinen Zeitgenossen, Bern u.a. 2010, 77–98. – Friedel Doért, Carl Sonnenschein. Seel­sorger, theologischer Publizist und sozialpolitischer Aktivist in einer kirchlichen und gesellschaftlichen Umbruchs­situation, Münster 2012, passim.

Bestandsinformation

Rest-Nachlaß: Persönliche Dokumente, Testament, Werkstattpapiere, Korrespondenz u.a.
Umfang: 0,3 lfd. m
Laufzeit: 1903–1945
Erschließungszustand: Findbuch
Benutzung: vgl. § 6 Ziff. 3 b) BODAB

Bemerkung

➚Bistumsarchiv Trier
➚Diözesanarchiv Berlin: Tressels Totenmaske (DAB VIII/11–2–5); Nachlaß Dr. Friedel Doért (DAB V/274)